• “Die Schweizer Chorszene ist nicht über einen Kamm zu scheren”

    Die Tagung “Chorleben in der Schweiz, 19.-21. Jahrhundert” fand am 17. und 18. September 2021 an der Universität Bern statt. Das Programm umfasste drei Hauptvorträge, einen runden Tisch und 14 Beiträge zu Chorinstitutionen, -aktivitäten, -aufführungen und -werken aus mehreren Schweizer Regionen zu verschiedenen Epochen und in unterschiedlichen Kontexten.

    Die Schweizer Musikzeitung hat einen spannenden, von Wolfgang Böhler verfassten Bericht über die Tagung veröffentlicht!

  • Ein wegweisender Event zur Schweizer Chormusik

    Die Anmeldung zur Tagung “Chorleben in der Schweiz, 19.-21. Jahrhundert” ist noch bis Sonntag möglich!

    17.-18. September 2021, Universität Bern, Aula Muesmatt (Gertrud-Wokerstrasse 5, 3012 Bern)

  • Hauptvortrag 3: Prof. Beat Föllmi

    Der dritte Hauptvortrag der Tagung “Chorleben in der Schweiz, 19.-21. Jahrhundert” wird von Prof. Dr. Beat Föllmi (Université de Strasbourg, Frankreich) gehalten.

    Unten können Sie die Zusammenfassung seines Vortrags lesen.

    Das Chorwerk von Othmar Schoeck: von der Postromantik zur Avantgarde und darüber hinaus

    Othmar Schoeck (1886-1957) ist vor allem als Liedkomponist bekannt, in jüngerer Zeit sind auch seine Opern auf ein gewisses Interesse gestossen. Seine Kompositionen für Chor hingegen wurden zumeist als Gelegenheitswerke bezeichnet, mit denen der junge Komponist seinen Lebensunterhalt bestritten habe. Als 2002 im Rahmen der Kritischen Gesamtausgabe der Band mit den Chorwerken erschien, ergab sich auf 350 Seiten das Bild einer vielfältigen und zuweilen überraschenden Werkgruppe. Zu den dort veröffentlichten Kompositionen, die speziell für Chor in verschiedenen Formationen geschrieben worden sind, kommen noch die Chöre in den Opernwerken hinzu.

    Nach der 1908 erfolgten Rückkehr von Leipzig, wo er bei Max Reger studiert hatte, übernahm Schoeck in Zürich die Leitung mehrerer Männerchöre, zunächst der „Harmonie“ und später des Chores von Aussersihl und des Lehrergesangvereins. 1918 gab er diese Chöre wieder auf, als er vom Mäzen Werner Reinhart ein jährliches Stipendium bekam und die Stelle des künstlerischen Leiters des St. Galler Konzertvereins antrat. Während dieses Jahrzehnts als Chorleiter entstanden einige seiner wichtigsten Chorwerke: Postillon, op. 18 (Nikolaus Lenau), Dithyramben, op. 22 (Goethe), Wegelied, op. 24 (Gottfried Keller), und Trommelschläge, op. 26 (Walt Whitman).

    Konfrontiert mit der Musik der Avantgarde der Wiener Schule, die er am Salzburger Festival 1923 kennen lernte, veränderte Schoeck seinen Stil tief greifend. Sein EinakterPenthesilea(komponiert 1923-1925) legt von dieser neuen Radikalität Zeugnis ab. Darin finden sich auch einige gewagte Passagen für gemischten Chor. Doch die eher zurückhaltende Aufnahme beim Publikum war für den Komponisten ernüchternd. Wiederum veränderte er seine Schreibweise, indem er sich dem Neoklassizismus und der Neoromantik zuwandte. Zwei Chorwerke vom Beginn der 1930er Jahre widerspiegeln diese Neuorientierung: Die Drei, o. op. Nr. 39 (Lenau), und Kantate, op. 49 (Eichendorff). Schliesslich finden sich auch in seinem Spätwerk einige überzeugende Chorwerke, die an seine frühen Chorkompositionen anknüpfen, vor allem Für ein Gesangfest im Frühling, op. 54 (Keller), Vision, op. 63 (Keller) und Maschinenschlacht, op. 67a (Hermann Hesse).

    Es lässt sich deshalb heute kaum mehr behaupten, die meisten seiner Chorwerke seien das Werk eines jungen Postromantikers, gefolgt von einigen wenigen epigonalen Kompositionen aus späterer Zeit. Berücksichtigt man auch die Chorpassagen aus den Opern, muss man feststellen, dass Schoeck in allen Schaffensperioden Werke für Chor geschaffen hat: von einfachen a-capella-Stücken bis zu monumental besetzten Kompositionen, die stilistisch von einer fast „folkloristischen“ Schreibweise bis hin zur Verwendung von avantgardistischen Vokaltechniken reichen.

  • Hauptvortrag 2: PD Dre Delphine Vincent

    Der zweite Hauptvortrag der Tagung “Chorleben in der Schweiz, 19.-21. Jahrhundert” wird von PD Dre Delphine Vincent (Universität Freiburg, Schweiz) gehalten.

    Unten können Sie die deutsche Zusammenfassung ihres Vortrags lesen (der Vortrag wird auf Französisch gehalten).

    Volkschor und volkstümliches Theater am Théâtre du Jorat

    1908 wird in Mézières das Théâtre du Jorat eingeweiht. Bis 1947 werden dort ausschliesslich Theaterstücke von seinem Gründer, dem Schriftsteller René Morax, gegeben, der anstrebt eine volkstümliche welsche Schauspielkunst zu schaffen. In seinen Stücken spielt die Musik eine wichtige Rolle. Sowohl aus ästhetischen als auch aus finanziellen Gründen werden für diese Bühnenmusik Amateurchöre bevorzugt.

    Zwischen 1908 und 1947 werden dreizehn Theaterstücke von Morax aufgeführt. Ihre Musik schreiben vier Komponisten: Gustave Doret (Henriette,AliénorLa Nuit des Quatre-TempsTell, Davel, La Terre et l’Eau, La Servante d’Evolène), Arthur Honegger (Le Roi David,JudithLa Belle de Moudon, Charles le Téméraire), Frank Martin (Roméo et Juliette) und André-François Marescotti (La Lampe d’argile).

    Mit Ausnahme der Oratorien von Honegger und einiger Chöre von Doret sind diese Musikstücke heute wenig bekannt. Bestenfalls hat man die Meinungsverschiedenheiten zwischen Doret und Honegger bemerkt und die Gruppierungen, die sich in ihrer Folge entwickelten. Allerdings bringen die ihnen durch das Komponieren für Amateure und das Genre der Bühnenmusik auferlegten Zwänge mehr stilistische Gemeinsamkeiten mit sich, als man anhand der Kontroversen zwischen Doret und Honegger glauben möchte. Beide setzten sich übrigens für eine Kunst ein, die sich direkt an jedermann wendet.

    Wir möchten die dauerhaften Elemente der für das Théâtre du Jorat geschriebenen Chöre herausstellen, sowohl auf Ebene der Arten von Themen (regional, religiös, geschichtlich, alltäglich), der Funktion der Chöre (als Bestandteil der Handlung oder als Kommentar an das Publikum) als auch der Kompositionsstrategien. In Abwägung mit den Unterschieden sind wir so in der Lage, aufzuzeigen, auf welche Art und Weise die am Théâtre du Jorat gesungenen Chöre zur Verbreitung eines bestimmten Bildes der Westschweiz beitrugen und den Begriff der volkstümlichen Musik in der Romandie prägten.

  • Hauptvortrag 1: Prof. Friedhelm Brusniak

    Der erste Hauptvortrag der Tagung “Chorleben in der Schweiz, 19.-21. Jahrhundert” wird von Prof. Dr. Friedhelm Brusniak (Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Deutschland) gehalten.

    Unten können Sie die Zusammenfassung seines Vortrags lesen.

    Zum Wandel vom Liedertafelstil zur Chorpolyphonie im 19. und 20. Jahrhundert

    Am 6. Juni 1903 hielt Kaiser Wilhelm II. im Anschluss an das zweite „Kaiserpreissingen“ um den von ihm gestifteten Wanderpreis für den Wettstreit deutscher Männergesangvereine eine denkwürdige Rede über „Das deutsche Volkslied“. Dabei kritisierte er eine seiner Meinung nach falsche Repertoireauswahl für Laienchöre und unangemessene Leistungsanforderungen an die Sänger bei virtuosen Chorwerken. Als Konsequenz kündigte er eine Sammlung „sämtlicher Volkslieder“ an, „die in Deutschland, Österreich und der Schweiz geschrieben, gesungen und bekannt“ wären. Unverzüglich wurden eine Arbeits- und eine beratende Kommission gebildet, wobei in die letztere auch der Zürcher Friedrich Hegar (1841–1927) berufen wurde. Bereits 1906 wurden auf Veranlassung des Deutschen Kaisers die beiden voluminösen, 611 Nummern umfassenden Bände des Volksliederbuch für Männerchor herausgegeben, das unter der Bezeichnung „Kaiserliederbuch“ bekannt wurde. 1915 erschien dann das Pendant Volksliederbuch für gemischten Chor mit 604 Nummern, an dem als Vertreter der Schweiz erneut Friedrich Hegar mitgewirkt hatte. Das einzigartige Editionsprojekt fand seinen Abschluss erst 1930 mit dem mehrbändigen Volksliederbuch für die Jugend, wobei auch hier Experten aus Deutschland, Österreich, Holland und der Schweiz hinzugezogen worden waren.

    Doch weder die „Kaiserliederbücher“-Anthologien noch die in die Zukunft weisende, nun von der Staatlichen Kommission herausgegebene Sammlung Volksliederbuch für die Jugend konnten verhindern, dass in den 1920er Jahren eine erbitterte Diskussion um einen zu Recht oder zu Unrecht negativ beschriebenen „Liedertafelstil“ aus dem 19. Jahrhundert und eine neuartige, stürmisch begrüßte und engagiert angenommene oder abschätzig als „Polyphonitis“ kritisierte Vokalpolyphonie entbrannte. 

    Die seit einiger Zeit intensivierte wissenschaftliche Untersuchung des Wandels vom immer offener kritisierten, in der Regel vierstimmig homophonen „volkstümlichen Chorlied“ im „Liedertafelstil“ von Komponisten wie Franz Abt (1819–1885) und Ignaz Heim (1818–1880) zu Vokalwerken für „Polyphonen Männerchor“ eines Erwin Lendvai (1882–1949), der vor seiner Emigration von 1935 bis 1938 in der Schweiz wirkte, hat bereits zu Neu- und Wiederentdeckungen zu Unrecht vergessener Chormusik aus einer aufregenden Umbruchzeit in der Chorkultur im frühen 20. Jahrhundert geführt.

  • Anmeldung offen!

    Die Tagung “Chorleben in der Schweiz, 19.-21. Jahrhundert” findet am 17. und 18. September 2021 in der Aula Muesmatt der Universität Bern statt.

    Hauptvorträge

    • Prof. Dr. Friedhelm Brusniak (Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Deutschland): Zum Wandel vom Liedertafelstil zur Chorpolyphonie im 19. und 20. Jahrhundert
    • PD Dr. Delphine Vincent (Universität Freiburg, Schweiz): Chœur du peuple et théâtre populaire au Théâtre du Jorat
    • Prof. Dr. Beat Föllmi (Université de Strasbourg, Frankreich): Das Chorwerk von Othmar Schoeck: von der Postromantik zur Avantgarde und darüberhinaus

    Runder Tisch

    Die Teilnahme ist kostenlos. Melden Sie sich jetzt an, die Anzahl Plätze ist beschränkt!

  • Tagung “Chorleben in der Schweiz, 19.-21. Jahrhundert”: Verlängerte Deadline

    Chorleben in der Schweiz, 19.-21. Jahrhundert

    Internationale Tagung

    Institut für Musikwissenschaft, Universität Bern

    17.-18. September 2021

    Der Call for Papers ist offen!

    Verlängerte Deadline für Proposals: 31. Januar 2021

    Hauptreferent*innen

    • Prof. Dr. Friedhelm Brusniak, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Deutschland
    • Prof. Dr. Beat Föllmi, Université de Strasbourg, Frankreich
    • PD Dr. Delphine Vincent, Universität Freiburg, Schweiz

    Tagungskomitee

    Dr. Caiti Hauck, CLEFNI, Universität Bern

    Dr. María Cáceres Piñuel, Universität Bern

    Prof. Dr. Cristina Urchueguía, Universität Bern

  • Union Chorale La Mutuelle

    Der Männerchor La Mutuelle wurde 1884 von Théodore Corboud im Freiburger Stadtteil Neuveville gegründet. 

    Der Chor, der zur Zeit seiner Gründung mit der Pfarrei Saint-Jean verbunden war, leistete dort bis 1900 religiöse Dienste. Gleichzeitig widmete er sich auch der weltlichen Musik und nahm an mehreren Sängerfesten, vor allem im Kanton Freiburg, teil. 

    Im Jahr 1958 wurde er in Union Chorale La Mutuelle umbenannt. 

    Das Foto unten zeigt den Chor bei einem Spaziergang am Schwarzsee im Jahr 1905.

  • Öffentliche Vortragsreihe “Singen im Kanton Freiburg”

    Warnung: Die Vortragsreihe ist wegen des Coronavirus abgesagt worden. Sie wird im Herbst/Winter 2021 stattfinden, wenn es die Situation erlaubt.

    Von November 2020 bis Januar 2021 organisiert der Historische Verein des Kantons Freiburg die öffentliche Vortragsreihe Singen im Kanton Freiburg, Beleuchtung (16.-20. Jahrhundert). Fünf Sitzungen mit insgesamt 12 Referent*innen und einem illustrativen Konzert werden Aspekte und Höhepunkte der Gesangstradition in der Region Freiburg thematisieren.

    CLEFNI wird zu dieser Veranstaltung mit einem Vortrag von Dr. Caiti Hauck zum Thema Repertoire und Chöre in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Stadt Freiburg beitragen.

    Die Registrierung ist jetzt offen.

    Lesen Sie den in der Zeitung “La Liberté” veröffentlichten Artikel zu diesem Thema:

  • 1. Studientag der Schweizerischen Musikforschenden Gesellschaft (SMG)

    Vorläufige Ergebnisse von CLEFNI werden am 1. Studientag der Schweizerischen Musikforschenden Gesellschaft (SMG) präsentiert.

    Dr. Caiti Hauck wird über das Chorleben in der Stadt Bern im langen 19. Jahrhundert sprechen, mit Schwerpunkt auf den Aktivitäten und dem Repertoire ausgewählter Chöre.

    Die Veranstaltung findet am 17. September 2020 im Kuppelraum der Universität Bern statt.

  • Deutscher Männerchor Freiburg

    Dieses Bild von 1897 des Deutschen Männerchors Freiburg lässt vermuten, dass dieser Chor einfach 1889 gegründet wurde. Doch seine ersten Jahre waren bewegter als das.

    Eigentlich wurde der Chor 1878 unter dem Namen Union des Ateliers du chemin de fer Fribourg (Verband der Eisenbahnwerkstätte zu Freiburg) gegründet.

    Im Jahr 1889 revidierte der Chor seine Statuten, gab seine Verbindung mit der Eisenbahnwerkstatt auf und änderte seinen Namen in Deutscher Männerchor Freiburg.

    Zwölf Jahre später, im Jahr 1901, vereinigten sich der Deutsche Männerchor Freiburg und der Deutsche gemischte Chor Freiburg zu einem Gesangverein mit zwei Abteilungen — einem Männerchor und einem gemischten Chor — unter dem gemeinsamen Namen Deutscher gemischter Chor und Männerchor Freiburg.

    Schliesslich wurde der Gesangverein 1927 in Gemischter Chor und Männerchor Freiburg umbenannt.

  • Société Cantonale des Chanteurs Fribourgeois

    Die Société Cantonale des Chanteurs Fribourgeois (Freiburger kantonal Gesangvereinigung)  wurde im Oktober 1849 in Estavayer-le-Lac gegründet. Sein zweites Sängerfest fand am 18. Mai 1851 in Freiburg statt. Am Fest nahmen die Gesangvereine von Freiburg, Estavayer, Kerzers, Fräschels, Murten und Lurtigen teil. Die Berner Liedertafel war der spezielle Gast. Über ihren Auftritt schrieb Louis Ruffieux hundert Jahre später:

    “Der Höhepunkt des Fests am 18. Mai in Freiburg war die Teilnahme der Berner « Liedertafel », die mit zwei Bären in eleganten Kutschen in den Farben der Bundesstadt durch unsere Stadt zog.”

  • Société de Chant de la Ville de Fribourg

    Seit dem 8. Juni sind die Archive in der Schweiz wieder geöffnet. CLEFNIs Datenerhebung kann wieder aufgenommen werden! Ziel ist es nun, Dokumente der im langen 19. Jahrhundert in der Stadt Freiburg gegründeten Gesangvereine zu recherchieren.

    Die Société de Chant de la Ville de Fribourg (Gesangverein der Stadt Freiburg), der älteste Männerchor der Stadt, entstand 1841. Das Bild unten ist von 1878 und zeigt den Gesangverein mit seinem Gründungsdirektor Jacques Vogt (1810-1869). Der Chor existiert leider nicht mehr.

  • SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder: “Die Vergangenheit offenbaren”

    Der letzte der fünf Beiträge von CLEFNI, die auf der offiziellen Flickr-Galerie des SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder zu sehen sind:

    Dieses Bild zeigt einen Arbeitstag in der Burgerbibliothek Bern während der Datenerhebung für mein EU-H2020-Projekt “CLEFNI – Das Chorleben in den Städten Bern und Freiburg im langen 19. Jahrhundert”. Die Sammlung historischer Daten an einem Ort wie der Burgerbibliothek kann ein beeindruckendes Erlebnis sein. Ihre unzähligen Dokumente umfassen Jahrhunderte Geschichte. Der Lesesaal selbst ist ein historisches Denkmal. Seite an Seite mit dieser Unermesslichkeit kann man sich winzig fühlen. Nichtsdestotrotz können diese Dokumente Jahre oder sogar Jahrhunderte in einem Archivregal verbringen, es sei denn, jemand setzt sich mit ihnen auseinander und offenbart ihre Vergangenheit der Gegenwart.

  • SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder: “Vergangenheit und Gegenwart”

    Vierte der fünf Beiträge von CLEFNI, die auf der offiziellen Flickr-Galerie des SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder zu sehen sind:

    Während ich Daten für mein EU-H2020-Projekt “CLEFNI – Das Chorleben in den Städten Bern und Freiburg im langen 19. Jahrhundert” sammle, blicke ich auf die Vergangenheit und die Gegenwart Berns. Alte und neue Gebäude, die sich in der Glaswand des Stadtarchivs spiegeln, stehen Seite an Seite mit historischen Dokumenten. Im Hintergrund offenbart sich das heutige Bern: das Berner Münster, herbstlich gefärbte Bäume und die Rückseite des Bernischen Historischen Museums. Im Vordergrund erzählen Dokumente des 19. Jahrhunderts der Berner Liedertafel, des 1845 gegründeten und 2018 aufgelösten Männerchores, einen Teil der Berner Geschichte. Zeigen Archive unsere Vergangenheit oder unsere Gegenwart?

  • SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder: “Mein Lieblingspuzzle”

    Dritte der fünf Beiträge von CLEFNI, die auf der offiziellen Flickr-Galerie des SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder zu sehen sind:

    Die Erhebung historischer Daten ist Detektivarbeit. Die Spuren von etwas zu finden, das vor Jahrhunderten geschehen ist, erfordert nicht nur Deduktionsfähigkeiten und kritisches Denken, sondern auch viel Geduld. Denn wenn man die Spuren findet, beginnt das Rätsel. Die Entzifferung einer alten Handschrift kann eine Herausforderung sein, aber es ist ein spannendes Rätsel. Dieses Bild habe ich bei der Lösung eines der Kurrentschrift-Rätsel meines EU-H2020-Projekts “CLEFNI – Das Chorleben in den Städten Bern und Freiburg im langen 19. Jahrhundert”.
    Dieses Foto zeigt einen Auszug der Statuten des Männerchors Berner Liedertafel (1845 gegründet), der in Kurrentschrift, einer alten Form der deutschen Handschrift, geschrieben ist. Das Dokument befindet sich im Stadtarchiv Bern.

  • Digitaler Jahresbericht 2019 der Universität Bern

    Der Jahresbericht 2019 der Universität Bern ist zum ersten Mal in digitaler Form erschienen. Er präsentiert die wichtigsten Erfolge der Universität in multimedialer Form.

    In der Rubrik Forschung ist CLEFNI eines der Highlights:

    Bern als Ziel für internationale Nachwuchstalente


    Die Universität Bern ist auch ein geschätztes Ziel für ehrgeizige Postdocs aus dem Ausland. Diese müssen sich um internationale Stipendien bewerben, wenn sie ein Projekt an der Universität Bern durchführen wollen. Für die begehrten Fellowships der EU bewarben sich 2019 42 Nachwuchsforschende – eine Rekordzahl. Diese Stipendien sind sehr kompetitiv: die Mittel reichen nur, um 12 bis 14 Prozent der Bewerbungen zu finanzieren. In einer Umfrage des Vizerektorats Forschung gaben die Postdocs an, dass die Universität Bern der ideale Ort für das Forschungsprojekt sei. Ein Beispiel: Dr. Caiti Hauck aus Brasilien begann 2019 ihr Fellowship-Projekt “CLEFNI: Das Chorleben in den Städten Bern und Freiburg im langen 19. Jahrhundert” am Institut für Musikwissenschaften. Sie untersucht, wie bei der Entstehung des modernen Bundesstaats im 19. Jahrhundert Männerchöre in Fribourg und in Bern die Integration zwischen Sprachen und Konfessionen begünstigten.

  • SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder: “Die Stille geniessen”

    Zweite der fünf Beiträge von CLEFNI, die auf der offiziellen Flickr-Galerie des SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder zu sehen sind:

    Archive – wie die Burgerbibliothek Bern – sind die wichtigsten Orte zur Datensammlung für mein Projekt “CLEFNI – Das Chorleben in den Städten Bern und Freiburg im langen 19. Jahrhundert”. An diesen Orten suche ich nach den Choraktivitäten der Vergangenheit. Ich suche das musicking – die Teilnahme an Musikaufführungen, wie Small erklärt – an Orten, wo Stille herrscht. In leeren Lesesälen suche ich nach den Spuren von überfüllten Sängerfesten. Reise- und Tätigkeitsberichte zeichnen die Geschichte eines noch lebendigen Chorlebens nach. Die Stille öffnet die Türen zur Musik.