{"id":2221,"date":"2021-09-04T11:19:12","date_gmt":"2021-09-04T09:19:12","guid":{"rendered":"http:\/\/clefni.unibe.ch\/?p=2221"},"modified":"2021-09-04T11:19:13","modified_gmt":"2021-09-04T09:19:13","slug":"hauptvortrag-3-prof-beat-follmi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/clefni.unibe.ch\/index.php\/de\/2021\/09\/04\/hauptvortrag-3-prof-beat-follmi\/","title":{"rendered":"Hauptvortrag 3: Prof. Beat F\u00f6llmi"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:auto 23%\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"750\" src=\"https:\/\/clefni.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Foellmi.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2217\" srcset=\"https:\/\/clefni.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Foellmi.jpg 500w, https:\/\/clefni.unibe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Foellmi-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Der dritte Hauptvortrag der Tagung <a href=\"https:\/\/clefni.unibe.ch\/index.php\/de\/tagung-konzerte\/\">\u201cChorleben in der Schweiz, 19.-21. Jahrhundert\u201d<\/a> wird von <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/theopro.unistra.fr\/presentation\/enseignants-chercheurs\/equipe-actuelle\/b-foellmi\/\" target=\"_blank\">Prof. Dr. Beat F\u00f6llmi<\/a>&nbsp;(Universit\u00e9 de Strasbourg,&nbsp;Frankreich) gehalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Unten k\u00f6nnen Sie die Zusammenfassung seines Vortrags lesen.<br><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Chorwerk von Othmar Schoeck: von der Postromantik zur Avantgarde und dar\u00fcber hinaus<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Othmar Schoeck (1886-1957) ist vor allem als Liedkomponist bekannt, in j\u00fcngerer Zeit sind auch seine Opern auf ein gewisses Interesse gestossen. Seine Kompositionen f\u00fcr Chor hingegen wurden zumeist als Gelegenheitswerke bezeichnet, mit denen der junge Komponist seinen Lebensunterhalt bestritten habe. Als 2002 im Rahmen der Kritischen Gesamtausgabe der Band mit den Chorwerken erschien, ergab sich auf 350 Seiten das Bild einer vielf\u00e4ltigen und zuweilen \u00fcberraschenden Werkgruppe. Zu den dort ver\u00f6ffentlichten Kompositionen, die speziell f\u00fcr Chor in verschiedenen Formationen geschrieben worden sind, kommen noch die Ch\u00f6re in den Opernwerken hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der 1908 erfolgten R\u00fcckkehr von Leipzig, wo er bei Max Reger studiert hatte, \u00fcbernahm Schoeck in Z\u00fcrich die Leitung mehrerer M\u00e4nnerch\u00f6re, zun\u00e4chst der \u201eHarmonie\u201c und sp\u00e4ter des Chores von Aussersihl und des Lehrergesangvereins. 1918 gab er diese Ch\u00f6re wieder auf, als er vom M\u00e4zen Werner Reinhart ein j\u00e4hrliches Stipendium bekam und die Stelle des k\u00fcnstlerischen Leiters des St. Galler Konzertvereins antrat. W\u00e4hrend dieses Jahrzehnts als Chorleiter entstanden einige seiner wichtigsten Chorwerke: <em>Postillon<\/em>, op. 18 (Nikolaus Lenau), <em>Dithyramben<\/em>, op. 22 (Goethe),&nbsp;<em>Wegelied<\/em>, op. 24 (Gottfried Keller), und&nbsp;<em>Trommelschl\u00e4ge<\/em>, op. 26 (Walt Whitman).<\/p>\n\n\n\n<p>Konfrontiert mit der Musik der Avantgarde der Wiener Schule, die er am Salzburger Festival 1923 kennen lernte, ver\u00e4nderte Schoeck seinen Stil tief greifend. Sein Einakter<em>Penthesilea<\/em>(komponiert 1923-1925) legt von dieser neuen Radikalit\u00e4t Zeugnis ab. Darin finden sich auch einige gewagte Passagen f\u00fcr gemischten Chor. Doch die eher zur\u00fcckhaltende Aufnahme beim Publikum war f\u00fcr den Komponisten ern\u00fcchternd. Wiederum ver\u00e4nderte er seine Schreibweise, indem er sich dem Neoklassizismus und der Neoromantik zuwandte. Zwei Chorwerke vom Beginn der 1930er Jahre widerspiegeln diese Neuorientierung:&nbsp;<em>Die Drei<\/em>, o. op. Nr. 39 (Lenau), und&nbsp;<em>Kantate<\/em>, op. 49 (Eichendorff). Schliesslich finden sich auch in seinem Sp\u00e4twerk einige \u00fcberzeugende Chorwerke, die an seine fr\u00fchen Chorkompositionen ankn\u00fcpfen, vor allem&nbsp;<em>F\u00fcr ein Gesangfest im Fr\u00fchling<\/em>, op. 54 (Keller),&nbsp;<em>Vision<\/em>, op. 63 (Keller) und&nbsp;<em>Maschinenschlacht<\/em>, op. 67a (Hermann Hesse).<\/p>\n\n\n\n<p>Es l\u00e4sst sich deshalb heute kaum mehr behaupten, die meisten seiner Chorwerke seien das Werk eines jungen Postromantikers, gefolgt von einigen wenigen epigonalen Kompositionen aus sp\u00e4terer Zeit. Ber\u00fccksichtigt man auch die Chorpassagen aus den Opern, muss man feststellen, dass Schoeck in allen Schaffensperioden Werke f\u00fcr Chor geschaffen hat: von einfachen a-capella-St\u00fccken bis zu monumental besetzten Kompositionen, die stilistisch von einer fast \u201efolkloristischen\u201c Schreibweise bis hin zur Verwendung von avantgardistischen Vokaltechniken reichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der dritte Hauptvortrag der Tagung \u201cChorleben in der Schweiz, 19.-21. Jahrhundert\u201d wird von Prof. Dr. Beat F\u00f6llmi&nbsp;(Universit\u00e9 de Strasbourg,&nbsp;Frankreich) gehalten. Unten k\u00f6nnen Sie die Zusammenfassung seines Vortrags lesen. Das Chorwerk von Othmar Schoeck: von der Postromantik zur Avantgarde und dar\u00fcber hinaus Othmar Schoeck (1886-1957) ist vor allem als Liedkomponist bekannt, in j\u00fcngerer Zeit sind auch seine Opern auf ein gewisses Interesse gestossen. Seine Kompositionen f\u00fcr Chor hingegen wurden zumeist als Gelegenheitswerke bezeichnet, mit denen der junge Komponist seinen Lebensunterhalt bestritten habe. Als 2002 im Rahmen der Kritischen Gesamtausgabe der Band mit den Chorwerken erschien, ergab sich auf 350 Seiten das Bild einer vielf\u00e4ltigen und zuweilen \u00fcberraschenden Werkgruppe. Zu den dort ver\u00f6ffentlichten Kompositionen, die speziell f\u00fcr Chor in verschiedenen Formationen geschrieben worden sind, kommen noch die Ch\u00f6re in den Opernwerken hinzu. Nach der 1908 erfolgten R\u00fcckkehr von Leipzig, wo er bei Max Reger studiert hatte, \u00fcbernahm Schoeck in Z\u00fcrich die Leitung mehrerer M\u00e4nnerch\u00f6re, zun\u00e4chst der \u201eHarmonie\u201c und sp\u00e4ter des Chores von Aussersihl und des Lehrergesangvereins. 1918 gab er diese Ch\u00f6re wieder auf, als er vom M\u00e4zen Werner Reinhart ein j\u00e4hrliches Stipendium bekam und die Stelle des k\u00fcnstlerischen Leiters des St. Galler Konzertvereins antrat. W\u00e4hrend dieses Jahrzehnts als Chorleiter entstanden einige seiner wichtigsten Chorwerke: Postillon, op. 18 (Nikolaus Lenau), Dithyramben, op. 22 (Goethe),&nbsp;Wegelied, op. 24 (Gottfried Keller), und&nbsp;Trommelschl\u00e4ge, op. 26 (Walt Whitman). Konfrontiert mit der Musik der Avantgarde der Wiener Schule, die er am Salzburger Festival 1923 kennen lernte, ver\u00e4nderte Schoeck seinen Stil tief greifend. Sein EinakterPenthesilea(komponiert 1923-1925) legt von dieser neuen Radikalit\u00e4t Zeugnis ab. 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